Der BMBF Forschungsschwerpunkt FSP-101 "Physik an der Teraskala mit ATLAS am LHC" ist ein Forschungsnetzwerk aus dreizehn deutschen Universitäten und Max-Planck-Instituten:
Sandra Kortner wird ATLAS - Koordinatorin für Higgs-Physik
In der letzten Woche wurden vom ATLAS Management die neuen Koordinatoren der ATLAS – Physikgruppen bekannt gegeben. Ab 1. Oktober werden J. Butterworth (Standard Modell), A. Korn (B – Physik), W. Brooks (Schwerionen), H. Bachacou (Exotik), P. Pralavorio (SUSY) und P. Loch (Monte Carlo) ihre Aufgabe als Koordinatoren übernehmen. Von ATLAS – D wurde *Sandra Kortner als Koordinatorin der Higgs-Gruppe ausgewählt
Nach ihrem Studium in Zagreb und einer Forschungstätigkeit am dortigen Rudjer Boskovic Institut, wurde Sandra Kortner Mitglied in die ATLAS-Arbeitsgruppe am MPI, wo sie bis heute tätig ist. Seit Oktober 2009 ist sie dort Leiterin einer Nachwuchsgruppe im Rahmen des MPG-Minerva-Programms.
In ATLAS hat sie an der Entwicklung des Alignierungsystems für das Myon-Spektro-meter sowie an der langjährigen Konstruktion der Myon-Driftrohrkammern und Untersuchung deren Verhaltens gearbeitet. Seit mehreren Jahren widmet sie sich der Suche nach dem Higgsboson. Von März 2008 bis Mai 2010 war sie Koordinatorin für Higgsphysik innerhalb der deutschen
ATLAS-Physikgruppe.
Seit
September 2008 koordiniert sie auch innerhalb von ATLAS die Untergruppe zur Higgs- Suche im „goldenen“ Zerfallskanal mit vier Leptonen.
Mit dem Antritt der neuen Koordinatoren endet die Verantwortung von Stefan Tapprogge (Mainz) für die Standard Modell Gruppe und Judith Katzy (DESY) für die Monte- Carlo Gruppe. Gerade in den letzten Monaten, am Beginn der Datenahme, war ihre Arbeit von herausragender Bedeutung für die ATLAS Physikanalyse.
* Vielen ist Sandra unter Ihrem Mädchennamen Horvat bekannt. Wir gratulieren ihr (und Oliver Kortner, dem ATLAS Koordinator Myon - Identifikation) herzlich zur kürzlichen Hochzeit.
Die Erhöhung der Strahlintensität bedeutet auch
stärkere Anforderungen an das ATLAS Triggersystem. An dessen Entwicklung
und Inbetriebnahme sind Physikerinnen und Physiker aus mehreren
deutschen Standorten (Berlin, DESY, Göttingen, Hamburg, Heidelberg,
Mainz, München) wesentlich beteiligt. Auch zwei Gentner Stipendiaten
arbeiten am Trigger.
Eine Auswahl der am ATLAS Trigger beteiligten deutschen PhysikerInnen
Mit dem Trigger werden Ereignisse in Echtzeit identifiziert, um die
Speicherrate bei der Datennahme auf etwa 200 Hz bzw. 300 MB pro Sekunde
zu beschränken. Hierzu wurde von ATLAS, unter starker deutscher
Beteiligung, ein dreistufiges System entwickelt, das die Ereigniszahlen
sukzessive reduziert. Die Identifikation interessanter Ereignisse
geschieht mit Hilfe spezieller Algorithmen, die von Triggerstufe zu
Triggerstufe komplexer werden. Für die erste Stufe (L1) wurden die
entsprechenden Algorithmen direkt in Hardware implementiert; auf den
beiden höheren Stufen sind sie in die Softwareumgebung des Higher Level
Trigger (HLT) eingebettet.
Während am Anfang der LHC Datennahme noch alle Ereignisse aufgezeichnet
werden konnten, ist das Triggersystem jetzt essentiell. Die
Triggerbedingungen und Selektionsalgorithmen müssen ständig überprüft
und verbessert werden, um sicher zu gehen, dass keine wichtigen
Ereignisse herausgefiltert werden. Hier übernehmen die deutschen Gruppen
wesentliche Verantwortung, sei es bei der Kalibration und Vermessung
von L1-Triggerschwellen (Berlin, Hamburg, Heidelberg, Mainz), der
Überwachung der Trigger-Funktionalität (Berlin, Göttingen, Heidelberg,
München), der Entwicklung neuer Triggeralgorithmen (DESY, Göttingen,
Hamburg, München) oder der Ausarbeitung und technischen Umsetzung neuer
Triggermenus (DESY).
In den nächsten Monaten soll die Strahlintensität auf das Hundertfache
erhöht werden. Dies erfordert weiter eine intensive Arbeit am Trigger,
an der sich auch die deutschen Gruppen weiter stark beteiligen werden.